Gesunde Ernährung: Ist Fleisch ungesund?

Als Detox-Coach werde ich ganz oft gefragt: Muss ich jetzt auf Fleisch verzichten? Jeder sagt etwas anderes, was soll ich glauben? Was sagst du dazu? Und diese Woche wurde ich ungefährt 8-mal darauf angesprochen. Und da mir gerade eben eine total sympathische Teilnehmerin aus Östereich geschrieben hat und mich auch dazu gefragt hat… dachte ich: Darüber sollte ich auch kurz etwas hier auf dem Blog schreiben. Weil es wichtig ist. Und weil es so viel Verwirrung gibt.

Meine Antwort ist meist ein bisschen länger. Also:

Musst du auf Fleisch verzichten, wenn du gesund und schlank werden willst?

Jetzt könnte man denken, ich wäre Anwalt. Die sagen ja auch immer “es kommt drauf an”. Und doch, genau das sage ich auch. Ja, ich bin Veganer. Ja, bin überzeugter Vegan. Ja, ich bin vegan aus gesundheitlichen Gründen. Ja, ich bin vegan aus ethischen Gründen. Ja, du musst nicht auf Fleisch verzichten.

Wenn ich das sage, ernte ich oft verwirrte Blicke. Schliesslich bin ich Detox-Coach. Und vegan. Fragezeichen über Fragezeichen. Und vegane Freunde oder Bekannte sind auch schnell dabe zu sagen “Wie kannst du das nur sagen? Du weisst doch wie es ist! Das geht doch nicht!”

Die Wahrheit ist meist etwas differenzierter. Nicht schwarz. Nicht weiss. Und grau bestimmt auch nicht. Wäre doch langweilig. Grau.

Eines vorweg: Nur du kannst wissen, was für dich genau das richtige ist. Also auch ob du Fleisch essen “solltest”, oder nicht.

Ich lese sehr viele Bücher von Experten. Einige sagen “Fleisch ist gut”. Andere sagen “Fleisch ist die Quelle allen Elends.” Beide haben Recht. Irgendwie. Früher war ich sehr „strikt”, was das Vegan sein und Gesundheit angeht. Aber wir sind alle in einem Entwicklungsprozess. Es ist einfach die Welt in “Gut” und “Böse” einzuteilen. Aber es lohnt sich meist genauer hinzuschauen.

Gesunde Ernährung ist wichtig. Also: Ist Fleisch ungesund?

Unter bestimmten Voraussetzungen finde ich Fleisch essen ok. Für meine Detox-Kundinnen hier in Zürich und meine Onlinekursteilnehmerinnen.

Fleisch ist aus meiner Sicht nicht schädlich, WENN die Tiere artgerecht gelebt haben UND nicht in einem Schlachthof umgebracht wurden.

Was meine ich damit genau:

1. Die Tiere hatten ein “richtiges Leben”:

  • Auf der Weide.
  • In Tierfamilien. So leben sie nämlich.
  • Nicht angeketten in einem Stall.
  • Sie wurden nicht gequält.
  • Man hat den Mtüttern nicht die Babies weggenommen.
  • Man hat sie nicht mit Medikamenten vollgepumpt.
  • Man hat sie nicht ständig befruchtet, damit sie Babies bekommen.
  • Man hat sie nicht mit Fertigfutter für Tiere gefüttert.
  • Sie habe ihr natürliches Essen gegessen. Jeden Tag.

So wie es „früher” einmal war. Deshalb war Fleisch essen früher auch nicht so schädlich wie heute.

Und jetzt – das ist mindestens genauso wichtig, für unsere Gesundheit sogar noch wichtiger:

2. Das Tier, das du isst wurde nicht im Schlachthof ermordet

Damit meine ich:

  • Die Kuh weiss nicht, dass sie jetzt sterben wird.
  • Die Kuh hört nicht wie vor ihr tausende andere Kühe brutal ermordet werden.
  • Sie hört nicht wie ihre Freunde, Familienmitglieder um ihr Leben schreien.
  • Sie weiss nicht, dass sie auch gleich qualvoll sterben wird.
  • Denn die Tiere sind zumeist nicht gleich tot.
  • Schliesslich ist das kein hochqualifiziertes Personal, dass die Kuh ermordet. Es ist ein sehr schlecht bezahlter Mensch, der diese Arbeit machen muss, weil er keine Chance auf eine guten Job hat. Der oft aus dem Ausland kommt, und unter sehr schlechten Bedingungen leben muss. Damit das Fleisch im Supermarkt billig bleibt.

Was ist also gesundes Fleisch?

  • Denk an das Reh im Wald.
  • Das vom Jäger erschossen wird. Ein Jäger, der gleich trifft, was ein guter Jäger eben mach.
  • Das Reh grast gemütlich, fühlt sich sicher, und peng ist es tot.
  • Es hatte ein tolles, natürliches Leben. Bis es vorbei war.
  • Es ahnte nichts vom Ende. Es hatte KEINEN STRESS!

Kein Stress – das ist ganz entscheidend für deine Gesundheit

Leider ist das heute nicht mehr realisierbar. Wegen der Gesetze durch die EU. Tiere müssen (!) in riesigen Schlachthäusern umgebracht werden. Stell dir das vor: Du bist mit all deinen Freunden und Kollegen im Schlachthaus und schaust zu wie man sie umbringt. Und zwar auf ‘unprofessionelle’ Art und Weise. Sie leiden schreckliche Qualen.

Die meisten Tiere sind nicht tot, wenn man sie aufschlitzt, sie erleben mit wie sie ausbluten (es ist schrecklich, darum kann ich auch kein Fleisch mehr essen, schau dir mal Videos aus Schlachthäusern an. Du sollstest wissen, was da im Restaurant auf deinem Teller liegt.).

Was bedeutet das für uns: Die Kuh, das Kalb,.. sie sind voll mit Stresshormonen.

Vollgepumpt. Wenn wir in einer ausweglosen Situation sind, wenn wir wissen es wird das schlimmste passieren was wir uns nur erdenken können, dann sind wir voller Stresshormone. Unser Körper ist am Limit. Wir übersäuern extrem. Wir vergiften uns innerlich. Die Hormone laufen sozusagen Amok. Genau das gleiche passiert der Kuh, dem Kälbchen, dem Schwein (das so intelligent ist).

Und all diese giftigen, schädlichen Hormone sind dann in diesem Stück Fleisch auf deinem Teller. Ich meine damit nicht, dass Adrenalin schlecht ist, wir brauchen es, aber eben in Gefahrensituationen, dann produzieren wir es selbst. Wenn wir uns voll – mittels Fleisch – mit Hormonen pumpen, die in extremen Stress-Situationen entstehen, dann ist das sehr sehr schädlich für uns.

Also: Ich bin vegan und ich wäre glücklich alle wären das, klar. Aber wenn jemand sagt „ohne Fleisch geht nicht”, dann sage ich „iss Wild” oder ein Tier, das auf dem Bauernhof geschlachtet wurde. Das geht in Deutschland aber nicht mehr wegen der Gesetze. Das ist ein Problem. Genau.

Ich denke schon, dass die Experten, die sagen „Fleisch ist wichtig” auch recht haben, wir brauchen Aminosäuren, aber die sind auch im Grün, nur eben in anderen Mengen.

Die Frage ist: Ist es das wert? Schaden uns die ganzen Stresshormone im Fleisch (und das ist ja nicht das einzige da drin) nicht viel mehr als dass uns das tierische Protein hilft? Ich denke es schadet mehr, viel mehr als es gut tut. Auch Bio-Fleisch ist keine Lösung. Auch dieses Fleisch ist voller Stresshormone.

Und dann ist natürlich die B12 Diskussion, die ist aber sehr komplex. Denn wir brauche B12, aber selbst „Fleisch-Esser” haben zu wenig davon, wenn der Darm kaputt ist,… (ein anderes Thema. Bisher habe ich noch nicht darüber geschrieben, ich finde es wird hochgehyped. Man muss sich generell fragen: Wollen wir Nahrungsergänzungsmittel? Brauchen wir sie? Ist unsere Nahrung noch gesund genug, dass wir darauf verzichten können? Es ist nicht nur die Frage nach B12. Es ist eine viel grössere Frage, die sich da stellt.)

Ich kann dir nicht sagen “Fleisch ist ungesund”.

Die Wahrheit ist nie schwarz oder weiss. Die Wahrheit ist auch für jeden anders. Aber ich kann dir sagen: So wir wir heute typischerweise Fleisch essen, das ist für uns sehr ungesund. Weil

a) Massentierhaltung,
b) Massenschlachtung,
c) jede Menge Medikamente,
d) unnatürliches Futter und
e) viel zu viel, so viel mehr als früher.

Früher hatten die Leute keine Probleme vom Fleisch essen. Da wurden die Tiere auch noch auf dem Bauernhof geschlachtet (ich weiss das, weil es bei meinen Grosseltern auch so war, selbst als ich noch ein kleines Kind war. Da gibt’s keinen Stress durch die Fahrt zum Schlachthof, der Metzger kommt. Und das Tier leidet bestenfalls nicht). Aber heute?

Was empfehle ich dir also?

Wenn du das tust, womit du dich gut fühlst, dann ist es für dich richtig. Wenn es für dich ok ist, dass ein Tier umgebracht wird, damit du es isst, dann ist das für dich ok. Du musst dich damit gut fühlen. Das meine ich echt ohne Wertung. Ich habe 28 Jahre Fleisch gegessen (so ungefähr), ich urteile nicht über andere.

Auch die Menschen, die fernab der „Zivilisation” leben, essen Fleisch. Aber eben so:

  • Sie jagen ein Tier, töten es so schnell und gut wie es geht.
  • Sie essen es gemeinsam in grosser Runde, voller Dankbarkeit. Ein Fest.
  • Und das auch nicht jeden Tag.
  • Wenn sie ein Tier zu lange jagen, es verletzen, aber nicht gleich töten können – dann jagen sie es und töten es. ABER: sie essen es nicht mehr.

Weil sie wissen, dass ein gestresstes Tier voller Stresshormone ist. Darin liegt soviel Weisheit. Sie sind einfach viel näher an der Natur, bei sich selbst. Sie würden dieses Tier nie essen, weil sie wissen: Es würde sie krank machen. Und das finde ich überzeugend. Sie verzichten. Weil sie wissen, wie der Stress dem Tier geschadet hat.

Wenn ich so etwas unter veganen Freunden sage, ernte ich oft Unverständnis, denn viele Veganer sind vegan aus Überzeugung. Das finde ich sehr gut. Ich bin das auch. Aber ich bin auch Detox-Coach und ich habe meine eigene Entscheidung zum Vegan-Sein primär aus gesundheitlichen Gründen getroffen. Und dann durch ethische Gründen sozusagen gefestigt.

Es ist schlimm, wenn Tiere leiden. Nur: Das Reh im Wald, das leidet nicht. Und daher würde es mir auch nicht schaden, Wild zu essen. Ich esse es nicht, aber ich bin mir sehr sicher, dass es ok wäre.

Vegan sein wird oft „überspitzt”, es ist ein Trend.

Leute sagen „ja, und deine Schuhe?” und so weiter. Wichtig ist: Du musst dich mit deinen Entscheidungen wohl fühlen. Es gibt Menschen, die essen jeden Tag Fleisch, Weizen, Süsses, die leben so ungesund wie man es sich nur vorstellen kann. Und doch sind sie kerngesund (gut, sie sind meist dick, aber das ist ja nicht schlimm, wenn das für sie ok ist) – und trotzdem sind sie gesund.

Aus einem einzigen Grund: Weil sie glücklich sind. Weil sie zufrieden sind. Weil sie ihr Leben lieben. Ihren Weg gehen. In sich ruhen. Man sieht es in ihren Augen.

Ich habe vor ein paar Monaten eine Bekannte meiner Schwiegereltern getroffen, sie hatte bestimmt 20 kg zu viel und meinte auch gleich freundschaftlich „Ja, ich müsste auch abnehmen” (als sie erfuhr, dass ich Detox Coach bin)… und sagte dann sofort „aber ich bin zufrieden so wie es ist und ich esse eben gern”. Und ich fand sie toll.

In ihren Augen habe ich alles gesehen, was ich wissen musste. Sie war glücklich. Zufrieden.

Sie hat einen Beruf (gefunden, nach einiger Suche), der sie glücklich macht. Sie weiss, warum sie auf der Welt ist, was sie machen will. Und das hat sie ausgestrahlt. Kraft. Liebe. Freude. Energie.

Da ist es doch egal, was sie isst! Natürlich wäre es schöner, sie unterstützt diese schrecklichen Tierquälereien nicht –  Was wir tun, wenn wir unser Geld dafür ausgeben. Aber: durch ihre positive Energie erreicht sie so viel mehr als durch Verzicht (was es für sie wäre). Sie hilft anderen, lebt ein tolles Beispiel vor. Das allerwichtigste in unserem Leben ist es GLÜCKLICH zu sein! Ganz ehrlich.

Ein glücklicher Mensch ist automatisch gesund. Ein glücklicher Mensch bekommt keinen Krebs.

Ich finde: Wir werden nur gesund, wenn wir wieder zu uns finden. Glücklich werden. Zufrieden. Unsere innere Mitte finden. Dann sind auch Ausrutscher beim Essen ok. Sie sind egal. Wie Verliebte: Sie brauchen keinen Schlaf, können total schlechtes Zeug essen. Sie sehen trotzdem blendend aus.

Aber interessanterweise ist eine gesunde Lebensweise für sehr sehr viele der Weg dahin. Weil durch die Reduktion von Weizen, Zucker, (Stress-)Fleisch können wir besser auf unserer Körper hören. Und kommen schneller „bei uns an”.

Wenn du deine Probleme nicht hinter dir lässt, dann wirst du nicht gesund. Gesunde Ernährung ist wichtig. Aber sie allein wird nicht reichen. Du brauchst auch eine “Gesunde Seele”.

Wenn du dich also fragst, welche Ernährung ist am besten: Dann mach es dir nicht so schwer, mach es dir doch einfach: Schau dir die Menschen an: Wie sieht die Person aus? Was ist mit ihren Augen (ist da Leben drin? Energie? Freude?) Sehen die gesund aus? Sind die gesund? Sind die schlank? Was hast du für ein Gefühl, wenn du den Menschen siehst? War die Person krank und wurde wieder gesund? Wie hat sie das gemacht? Gibt es mehr Beispiele davon?

Ich persönlich wäre zum Beispiel gerne „vegan-roh” (wenn man dem ein Label geben möchte). Warum? Weil alle Menschen, die so leben (die gesunde Variante von „vegan-roh” – es gibt auch die, die nur gedörrte Süssigkeiten essen… und auch so aussehen), also,… weil alle, die so leben, so wunderbar schön sind.

So strahlend, so gesund, so voller Energie. Weil sie so viel jünger aussehen als sie sind, und als andere in ihrem Alter. Aber noch lebe ich nicht so, ich esse zu gern und experimentiere zu gern mit essen. Dafür trinke ich viele grüne Smoothies. Es hat jeder sein Tempo, seine Vorlieben. Also, lass dich nicht verunsichern! Hör auf deinen Bauch!

Glaub denen, die dich wirklich überzeugen. Aber sag nicht „die anderen haben Unrecht”, denn alles hat einen wahren Kern. Wie beim Fleisch.

Früher war es sicher sehr gesund – und unser Körper kann es bestimmt gebrauchen (denn der passt sich nicht so schnell an wie sich unsere Industrie ändert. Das dauert Jahrhunderte, wenn nicht länger)… aber wenn die Umwelt voller Giftstoffe steckt, muss man halt schauen, dass man diese Umweltgifte reduziert.

Nicht nur beim Fleisch. Es ist wichtig darauf zu achten, deinen Körper nicht (noch mehr) zu übersäuern, zu stressen. Schliesslich willst du wieder gesund werden. Schlanker werden. Schöner. Glücklicher. Wir werden das, was wir essen. Deshalb esse ich keine gestressten Tiere. Sondern Grünzeug. Gemüse aus meinem Garten, über das ich mich unheimlich freue, wenn ich es aus der Erde zupfe, ernte.

Du siehst: Es gibt keine einfache Antwort. Kein Richtig oder Falsch. Hör auf dein Gefühl. Nicht auf die Medien. Nicht auf Professoren. Nicht auf Ernährungsberater. Auch nicht auf mich! Hör auf dich. Es ist dein Leben, dein Körper: Nur du weisst was du jetzt gerade in diesem Moment brauchst!

Hab ein wunderschönes Wochenende!
Kati

Vielleicht magst du es deinen Freundinnen erzählen?


Kati Mekler
Kati Mekler

Kati ist MindSet Coach und Buchautorin. Kati hat in den letzten Jahren über 13'000 Menschen bei Veränderungsprozessen begleitet. In den letzten zwei Jahren hat sie über 3'080 Einzel-Coachings gegeben.